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Lactobacillus ist Microbe des Jahres

Im ersten Moment mag der Begriff „Lactobazillus“ fremdartig klingen, tatsächlich kommen wir jedoch tagtäglich mit ihm in Berührung. Geläufiger ist die Bezeichnung „Milchsäurebakterium“. Dabei handelt es sich um eine ganze Gruppe von Bakterien, zu der auch der Stamm der Lactobazillen gehört. Diese befinden sich beispielsweise in Joghurt oder Käse. Fremd ist uns also der Lactobazillus ganz und gar nicht. Tatsächlich begleiten uns Bakterien aus diesem Stamm schon vom allerersten Tag an: Bei einer natürlichen Geburt gibt die Mutter die Bakterien an das Baby weiter, so erhalten Babys den ersten Schutz vor Krankheiten. Man geht davon aus, dass dieser Anfangsschutz dafür verantwortlich ist, dass Kinder bei natürlichen Geburten später unter anderem weniger Allergien haben. Bei Kaiserschnitt-Geburten fehlt dieser Schutz nämlich und der Anteil von späteren Allergikern ist unter diesen Kindern höher.

Auch im weiteren Verlauf des Lebens ist die Rolle, die die Bakterien aus diesem Stamm im Körper spielen, nicht zu unterschätzen: Der Lactobazillus ist ein wichtiger Teil der Darmflora. Dort kommen verschiedene Unterarten von Bakterien vor, die der menschliche Körper benötigt, damit der Darm richtig arbeiten kann. Dazu zählen auch verschiedene Arten von Milchsäurebakterien, unter anderem aus dem Stamm der Lactobazillen. Dass die Tätigkeit des Darms sich wiederum auf den gesamten Körper auswirkt, ist naheliegend, denn der Darm ist dafür zuständig, Nährstoffe aus der Nahrung zu filtern, damit der gesamte Organismus damit versorgt werden kann. Damit ist der Darm auch Teil des Schutzes vor Giftstoffen und Krankheitserregern. An dieser Stelle tragen die Unterarten des Lactobazillus also bereits viel zu unserer Gesundheit bei.

Gerade der Stamm der Lactobazillen bildet eine Gruppe von wahren Alleskönnern, deren Wirkung weit über die Darmflora hinausreicht: So haben Bakterien aus diesem Stamm positive Auswirkungen auf die Knochen. Andere sind in der Lage, die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch zu verbessern. Erst kürzlich wurde festgestellt, dass Lactobacillus brevis gut für die Haut ist, eine Behandlung mit diesen Bakterien kann die Feuchtigkeit der Haut verbessern und damit Beschwerden wie Juckreiz lindern.

Bei einem so großen Spektrum von Aufgaben, die dieser Bakterienstamm täglich für unsere Gesundheit erfüllt, ist die Wahl zur Mikrobe des Jahres in jedem Fall verdient. Diese Wahl findet seit 2014 durch die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) mit Sitz in Göttingen (Deutschland) statt. Ihr Zweck ist es, auf die Bedeutung hinzuweisen, die Mikroorganismen wie zum Beispiel Pilzen und Bakterien nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft haben.


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